Heiraten in Schottland Teil 1 Standesamt

Standesbeamten („Registrars“) verheiraten einen entweder in ihrer Amtsstube oder theoretisch auch an jedem anderen Ort (englischer Ausdruck dafür: „venue“). Für die Isle of Skye und Lochalsh gibt es dazu hier eine Listeeiniger Registrars und Venues, eine komplette Liste bekommt ihr sicher über Google oder fragt nach, wo eine Hochzeit mit dem Registrars möglich ist.

Die Papiere:

Nur wenig Formulare

Folgende Dokumente müssen in beglaubigter, englischer Übersetzung dem schottischen Standesbeamten vorgelegt werden. Beglaubigen können britische Konsulate oder die Botschaft in Deutschland sowie das Generalkonsulat in Edinburgh in Schottland für EU Bürger:

Ehefähigkeitszeugnis (Ausstellung durch ein deutsches Standesamt)

  • Geburtsurkunde
  • Reisepass
  • Wohnsitzbescheinigung mit Angabe des Familienstandes (Ausstellung durch ein deutsches Einwohnermeldeamt)
  • Ggf. Scheidungsurkunde oder Sterbeurkunde des früheren Partner
  • Formulare M10 (könnt ihr euch in Internet herunterladen)

 

Das Ehefähigkeitszeugnis soll zeigen, dass man nicht miteinander verwandt ist, ein bestimmtes Alter und eine bestimmte geistige Reife hat. Zudem weist es nach, dass man nicht bereits in einer Ehe lebt. Den Auszug aus dem Geburtenregister benötigt das Paar auch, um das Ehefähigkeitszeugnis beim Standesamt des jetzigen Wohnsitzes zu beantragen. Falls einer der Beiden bereits verheiratet war, muss er zusätzlich einen urkundlichen Nachweis über die Auflösung der letzten Ehe beilegen.

Tipp: Beim Ausfüllen des Formulars M10 sollte man möglichst genau sein bei der Angabe der Berufe der Eltern und des Brautpaares. Ein einfaches „Teacher“ etwa reichte dem Registrar nicht, und das auch wenn Eltern schon pensioniert sind. Sie wollte wissen, welche Art Lehrer und für welche Fächer. Bei anderen wollte Sie wissen, bei welcher Art Firma oder welchen Berufszweig man eingeschlagen hatte.

Der Ablauf:

Countdown zur Hochzeit

Wie schon erwähnt, ist der Ablauf sehr wichtig. Darum hier die wichtigsten Termine.

Zirka ein halbes Jahr vorher: Heiratet man standesamtlich, sollte man sich auch jetzt schon zwecks Termin mit dem passenden Standesbeamten in Verbindung setzen.

Genau drei Monate vorher: Jetzt sollte man sich nun mit dem Standesamt in Verbindung setzen und ihm die sogenannte „Marriage Notice“ zukommen lassen. Das Gesetzt sagt: spätestens 29 Tage vor der Hochzeit, aber das ist sehr knapp für die Planung im Ausland. Welcher Standesbeamte der für das Gebiet wichtig ist könnt ihr über Google erfahren. Nach einer kurzen Absprache, schickt man – am besten per Einschreiben – die ausgefüllten Formulare M10, die Witness Details und die Geburtsurkunden oder den Auszug aus dem Geburtenregister an den Standesbeamten. Wichtig dabei ist: Man soll die Notice keinesfalls vor den drei Monaten abgeben. Am besten mit der Standesbeamtin, die euch traut in Verbindung setzten. Danach scannt ihr alle Dokumente vorab und schick sie per Email geschickt. Die Dokumente werden dann im Original zugesendet. Zudem verlangt der britische Staat noch Bearbeitungs-Gebühren, deren Zahlung per Telefonabsprache und Kreditkartenzahlung erledigt werden kann.

Eine Woche vorher: Beim Registrar holt man sich in der Woche vor dem Termin den „Schedule“ ab, dazu muss man rechtzeitig einen Termin bei ihm ausmachen – auch, wenn man bei ihm später heiratet, ist dieser Termin nötig. Dabei sollten möglichste beide Partner anwesend sein, es kann aber auch nur einer der beiden kommen. Der muss dann aber eben alle Details wissen. Man kann keinen Freund oder eine andere Person schicken! Der Registrar händigt dann den „Schedule“ aus, der direkt nach der Zeremonie durch das Paar, zwei Trauzeugen unterzeichnet werden muss.

Die Hochzeit:

Es gibt im Prinzip zwei wichtige Dinge, die beachtet werden müssen. Zum einen muss eine spezielle Formel gesprochen werden: „I accept you, Lisa, as my wife“ – oder eben „I accept you, Michael, as my husband“. Zum anderen muss der erwähnte Schedule im Beisein aller Zeugen, Eheleute und des Celebranten von allen genannten unterzeichnet werden. Der Rest der Zeremonie kann frei gewählt werden. Spätestens drei Tage danach: Den Schedule muss man innerhalb von drei Tagen zurückgeben, damit die Ehe Gültigkeit erhält. Man erhält dann ein sogenanntes „Marriage Certificate“, manche Standesämter schicken das aber auch direkt nach Deutschland. Zurück in Deutschland: Nun muss die Ehen noch in Deutschland registriert werden. Oft liegt nach den Flitterwochen bereits das Schreiben des Standesamtes aus Schottland in der Post und darin das „Marriage Certificate“. Damit zum Amt gegangen und haben die Ehe einschreiben lassen. Fertig. Es kann aber sein, dass andere deutsche Standesämter noch eine Apostille haben wollen, die das Dokument beglaubigt an Deutschland übermittelt. Diese kann man hier beantragen oder bei der Adresse:

Legalisation Office
Foreign and Commonwealth Office
20 Victoria Street
London SW1H OHZ

Erst wenn die Apostille dann mit allen Dokumenten beim deutschen Standesamt eingetragen ist, hat die Ehe auch hier ein Deutschland Gültigkeit. Am besten ruft man vorher in seinem Standesamt an oder schreibt eine Email um zu fragen, ob ein Marriage Zertifikat ausreicht.

Geld und Liebe:

  • Die Kosten beim Registrar
  • 2016 waren es knapp 70 Pfund bezahlt als „Marriage Fee“, da wir nur den Schedule dort brauchten haben. Diese Gebühr setzt sich zusammen aus:
  • 30 Pfund Gebühr pro Person, die eine „Notification“ einreicht, also das Formular M10 abgibt
  • 10 Pfund für den Auszug aus dem Standesamtsregister
  • an Feiertagen können die Gebühren höher sein